Fast einwandfrei

Angenommen, ich wollte morgen früh ein Frühstücksei essen, hätte aber keines im Hause. Weder in der Küche, noch im Keller. Denken wir einmal auch die freundlichen Nachbarn weg, die selbstverständlich gerne aushelfen würden, wenn sie denn könnten. Sie können es diesmal nicht. Das ist unsere Vereinbarung.

Was tun? Morgen ist nicht heute. Aber wenn ich morgen frühstücke, werden die Geschäfte noch nicht geöffnet sein, Geschäfte, die in der Lage und zudem bereit sind, mir ein Frühstücksei zu verkaufen. Ich frühstücke immer um 6:30 Uhr. Die Geschäfte öffnen um 7:00 Uhr. Zeitdifferenz: Eine halbe Stunde plus Rückfahrt. Wenn alles reibungslos läuft. Wenn sich noch Eier im Regal befinden und die Kasse besetzt ist. Sonst dauert es länger. Wie man es dreht und wendet: Morgen einzukaufen, wäre zu spät für mein Frühstücksei. Gestern kann ich es nicht mehr kaufen, denn gestern ist seit heute vorbei. Also bleibt mir nur heute. Und von heute bleiben nur die restlichen Stunden des Tages. Solange noch ein Händler da ist, der in seinem Angebot auch Eier führt. Frische, versteht sich. Und ökologisch einwandfrei.

Es ist jetzt 17:30 Uhr. Ich bin soeben in meine Freizeitkleidung geschlüpft. Ohne Schlips und Kragen. Gerade habe ich mich hingesetzt, um ein bisschen abzuschalten, den Tag und seine Ereignisse in eine flache Uferzone einmünden zu lassen. Und nun der vorgezogene Wunsch nach einem Frühstücksei. Ich wüsste nicht, ob ich es überhaupt wollte, wenn ich mir vorstelle, den Prozess des Abschaltens für einen Wunsch zu opfern, der erst die Zukunft betrifft und mir heute nicht als so bedeutend erscheint, als dass ich alles für seine Erfüllung unternehmen würde. Das sind aber nur Erwägungen am Rande. Denn ich habe den Wunsch nach einem Frühstücksei für den nächsten Morgen. Das ist ja Thema dieser Niederschrift. Also habe ich diesen Wunsch in dieser zur Zeit noch komfortablen Lage, die durch die nun jetzt fälligen Maßnahmen allerdings gründliche Qualitätseinbußen erleidet: Aufraffen heißt es nun. Eine Einkaufsquelle erdenken, in der es heute das Frühstücksei für morgen gibt. Und dann: Nichts wie hin.

Es sei denn, ein Anruf genügte und das Ei würde ins Haus geliefert. Das wäre auch nicht schlecht und würde mich nur einen Augenblick aus dem verdienten Ruhesessel aufscheuchen. Dann, wenn der Bote klingelt. Gibt es so etwas? Dem Vernehmen nach: ja. Wo aber ist der Haken? Vermutlich sind es die Kosten. Und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die unterhalb einer Mindestabnahme keine Lieferung versprechen. Und wenn ja, wo finde ich dann überhaupt einen solchen Anbieter? Ich weiß es nicht sicher. Und jede Recherche würde meine wohlverdiente Ruhe durch unwillkommene Anstrengungen in Frage stellen. Also: Wir lassen das Internet heute mal außen vor.

Los geht es: Der nächste Laden ist nicht weit. Mit dem Auto ist es noch näher. In Zeiteinheiten. Die Schuhe an, den Anorak übergeworfen; die Wärme des Motors ist seit der Heimkunft noch nicht ganz erloschen. Routinemäßige Hinfahrt, Parken an bekannter Stelle, Einkauf wie gewohnt, Rückfahrt ohne Probleme. Das Fahrzeug steht. Ich kehre zurück ins Heim. In meiner Hand ein ausgeformter Karton. Mit Frühstückseiern Güteklasse A. Und frisch. Für morgen. Und die nächsten 5 Frühstücke dieser Woche.

Bio-Eier. Aus Freilandhaltung. Ökologisch fast einwandfrei.

Im November 2016

Smombie-Bompel

Augsburg feiert in diesen Tagen die Installation von Warnlichtern im Boden von Straßenbahn-Haltestellen. Sie hören auf den Namen „Bompel“ (Kunstwort aus „Boden“ und „Ampel“). Ihre Aufgabe: Smombies (Kunstwort aus „Smartphone“ und „Zombies“) vor einem tödlichen Fehltritt zu bewahren. Denn unausweichlich nähern sich immer wieder Schienenfahrzeuge, denen es bis heute nicht gelungen ist, ihr bequemes Schienenbett zu verlassen und um Hindernisse herum zu fahren. Auch nicht um Smombies. Mit Nachgeben ist nicht zu rechnen. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten. Vorsicht, die aber nicht jedermann zu jeder Zeit aufbringen kann.

Wer kann schon seine ungeteilte Aufmerksamkeit einem so eingleisigen Gefährt wie einer Straßenbahn schenken? Es gibt schließlich auch noch andere Probleme. Jedenfalls für unsere liebenswerten Smombies, die uns mit ihrem hilflosen Herumstolpern im öffentlichen Straßenverkehr ohnehin schon viel Mitgefühl abringen. Wie sie da ohne Rücksicht auf Verluste tief in die bewegenden Momente des Weltgeschehens eintauchen. Wie sie sich unter Einsatz ihres eigenen Lebens den Schicksalen der angesagtesten Idole hingeben. Tief versunken in die Botschaften ihres Phones. Bereit, alles zu vergessen, was sich sonst noch regt. Wer wäre da nicht geneigt, ihnen beizuspringen, ihren selbstlosen Einsatz mit mindestens ebenso großem Engagement zu honorieren? Sie verdienen unseren vollen Schutz. Es geht um ihr Leben.

Die Bordsteine aufzureißen, ist da nicht mehr als eine schlappe Geste der Menschlichkeit. Lichter zu installieren, erscheint kaum mehr als ein kleiner Hoffnungsfunke für unsere bedrohte Smombiewelt. Außerdem: Gefahren lauern doch nicht nur an einzelnen Haltestellen. Nein, überall, wo wir Schienen haben.

Und wo wir gerade dabei sind: Vor uns liegt eine Mammutaufgabe. Wenn ich es so recht betrachte, brauchen wir eigentlich eine flächendeckende Bebompelung unserer Städte und der Vorstädte und der gefährlichen Bahnkreuzungen im ganzen Land. Doch was passiert? Fast nichts. Köln hat sich aus seinem Bompel-Projekt dem Vernehmen nach verabschiedet. Und Berlin ebenso. In anderen Städten herrscht verdächtiges Schweigen.

Ja, sind wir noch zu retten? Wir. Die Smombies. Die Verantwortlichen, die unsere Städte mit Bompeln pflastern. Und die Verantwortlichen, die dies nicht tun.

Im November 2016

Auszeit

Die Bahn ist frei. Zuhause wartet viel Gewühl. Eine winzige Auszeit nur. Ein paar Minuten für die Sinne, für Raum und Zeit und Leben. Die Ampel springt auf „Grün“, lädt ein zu dieser kleinen Flucht.

Auszeit in Alltäglichem: Grelle Preisschilder. Unübersehbar, provokant verletzend. Bunte Öde im Geräume der Discount-Auslagen. Zum Ergreifen nah die Dinge, die niemand braucht und doch alle kaufen sollen. Sie will die Ware nicht. Sie sucht nur sich.

Mit leeren Taschen und mit voller Börse verlässt sie diesen Ort.

Auf nach Hause. Auf ins Gewühl.

Im November 2016

mittendrin

 

 

 

 

draußen ist nicht drinnen
drinnen ist nicht draußen
weder drinnen noch draußen

draußen hat eine mitte
und mittendrin ein drinnen
in der mitte draußen

ich bin mittendrin
im drinnen
da draußen

die mitte bin ich

Im November 2016

Eigentumswohnung

 

 

 

 

Bald schon ist die Tinte trocken
und besiegelt unser Wohnungsglück.
Pfusch am Bau kann uns nicht schrecken.
Wir haben alles voll im Blick.

Der hohe Preis erscheint uns angemessen,
denn Wohnen ist nun mal so teuer.
Wir müssen diese Chance erfassen
und freun uns auf die Einzugsfeier.

In guter Lage wird das Haus entstehen,
die alten Bauten müssen weichen.
Das Umfeld haben wir uns angesehen,
und unsere Mittel werden reichen.

Als erstes zahlen wir dem Staat Tribut.
So ein Bauvertrag kennt viele Raten.
Jetzt wird es Zeit, dass sich am Bau was tut.
Wir können es kaum erwarten.

Noch bleibt es still an des Objektes Ort,
die Ruine steht noch immer da.
Wir wünschen sie als Bauschutt fort
und sehen schon den Abriss nah.

Mit der Zeit erfasst uns Ungeduld,
denn am Objekt herrscht laute Grabesruh.
Ist wirklich nur das Wetter schuld?
Wir sehen ziemlich hilflos zu.

Der Vertrag kennt keinen Fixtermin.
Wie Gummi, scheint uns, ist er auszulegen.
Das zieht sich wohl noch lange hin.
Wann wird sich endlich was bewegen?

Die grenzenlose Wartezeit
findet schließlich doch ihr Ende.
Der Boden ist von Ruinen nun befreit
und wartet auf die Fundamente.

Plötzlich wird gebaggert und gebohrt,
verfüllt, verfestigt und gegossen.
Die Gräben werden noch verrohrt
und sorgsam dann verschlossen.

Das Bauwerk wächst fortan in Windeseile.
Natürlich sind wir jeden Tag vor Ort.
Jetzt braucht es nur noch eine kleine Weile
bis zu unserer eigenen Wohnung dort.

Das Konto wird in Magersucht getrieben:
Dürr erleichtert finden wir es wieder.
Von ihm ist nicht mehr viel geblieben.
Im Tagesausdruck schlägt sich´s warnend nieder.

Bei den Extras sind wir sehr bescheiden:
Nur vom Besten soll es sein.
Jeder wird uns drum beneiden
und die Kosten bleiben klein.

Schließlich wird der rohe Bau geschliffen.
Die Flächen kriegen jetzt Formate,
und eh wir es begriffen,
fließt unser Geld bis auf die letzte Rate.

Stolz betrachten wir den großen Bau,
bis wir aus der Nähe sehen:
Keine Fliese ist hier gerade und kein Spalt genau.
Hier muss noch reichlich viel geschehen.

Leider ist der Sünder dieser Pfuscherei
nicht im Büro und nicht im Land.
Wir fordern ihn sofort herbei.
Er bringt uns noch um den Verstand

In den den nächsten Wochen
geht es schleppend nur voran.
Wir könnten auf Verträge pochen
und biedern bittend uns doch an.

Im Grundbuch steh´n, ist unser nächstes Ziel,
abgenommen muss das Werk dann sein.
Der Mängel aber gibt es viel zu viel.
Wir gehn auf Kompromisse ein.

Der Schlüssel wechselt bald in unsere Hände,
Restarbeiten müssen halt noch warten.
Uns gehören nun die teuren Wände,
bezahlt mit allen Raten.

Wir sind zuhause angekommen
und genießen unser kleines Glück.
Mancher Traum ist uns dahingeschwommen,
doch haben wir nun alles voll im Blick.

Im November 2016

Grippe

 

 

 

 

Mein Hals ist starr, die Nase läuft
und meine Bronchien keuchen.
Gesunde Zellen feuern Schmerzsignale
und müssen doch den Invasoren weichen.

Die Organe sind jetzt Gästezimmer
für fremde Wesen, die sich hier vergnügen.
Erst wenn mein Körper völlig ausgeraubt,
lassen sie ihn wieder liegen.

Fade schmeckt das Morgenbrot,
unberührt bleibt meine Suppe stehen.
Wie giftiges Gebräu wirkt die Arznei;
so kann´s nicht lange weitergehen.

Sieben Tage dauert diese Invasion,
dann gehn die Gäste aus dem Haus.
Doch während sie noch meinen Körper quälen,
suchen sie sich schon ihr neues Opfer aus.

Druckvoll wehrt mein Körper sich
mit Husten und mit Niesen.
So trägt der Wind die üblen Keime fort,
die dann beim nächsten Wirte munter weiter sprießen.

Sein Hals wird starr, die Nase läuft…

Im November 2016

Angebissener Apple

Ich will ganz sicher gehen. Vorsorglich buche ich die Fahrkarten schon einmal zuhause. Schwedische Kronen habe ich nämlich nicht und werde auch bis zu unserer Ankunft in Stockholm über keine verfügen. Was uns dort am Airport Arlanda erwartet, ist noch unklar. Voraussichtlich wird es Umtauschmöglichkeiten geben. Gegen einen schlechten Wechselkurs selbstverständlich. Oder ich kann mir ein paar Kronen an dem Automaten besorgen, wenn der Flughafen einen solchen hat, wenn dieser ohne stundenlanges Warten für mich erreichbar ist, er funktioniert und auch noch meine MasterCard akzeptiert. Das ist mir alles zu unsicher. Denn richtig angekommen werden wir erst sein, wenn wir unser Hotelzimmer betreten. Deshalb buche ich von zuhause aus.

Die Arlandaexpress-Seite führt mich in englischer Sprache sehr gut durch das Bestellprogramm. Selbst die Namen der Passagiere, den Hin- und Rückfahrtag will das System wissen. Das ist kein Hindernis für mich. Das sind keine problematischen Daten. Sie herzugeben, wird mir absehbar nicht zum Verhängnis werden. Doch Vorsicht ist schließlich geboten. Insbesondere in unserem großen Netz.

Das System akzeptiert die MasterCard. Und Karten schwedischer Geldinstitute, die ich selbstverständlich nicht habe. Meine Geschäftsverbindungen nach Schweden sind doch reichlich unterentwickelt. Also wird es meine gute alte MasterCard, über die ich den Zahlungsvorgang abwickeln werde. Online öffnet sich nun ein Fenster, das der englischen Sprache nicht mehr mächtig ist. In Schwedisch fordert das Bezahlprogramm die Eingabe meiner Kreditkartendaten ab. Unten sind Kalenderdaten einzugeben. Gemeint sein kann nur das Ausstellerdatum oder der letzte Tag der Gültigkeit meines Zahlungsmittels. Die Eingabe bereitet kein Problem. Und ab geht die Nachricht ins Rechenzentrum.

Den Vorgang wiederhole ich ein paar Mal, weil meine Eingaben dem System offenbar nicht gefallen. Dabei bin ich außerordentlich vorsichtig zu Werke gegangen, habe jeden Buchstaben und jede Zahl genauestens kontrolliert. Nur das Datum der Karte war eine Wette mit einer Gewinnchance von 50:50. Dafür braucht man nicht mehr als zwei Eingaben. Und trifft die richtige Version. Doch so weit kommt es nicht. Ein kleines Fenster erscheint vor dem Eingabefeld und informiert mich unmissverständlich, dass meine MasterCard nun für das 3D-Secure-Verfahren gesperrt sei. Nebenbei bemerkt: Es ist meine einzige Kreditkarte. Und: In den nächsten Tagen muss sie unbedingt funktionieren. Sonst droht mir im Urlaub die komplette Zahlungsunfähigkeit. Heute ist Sonntag. Heute arbeitet fast niemand. Fast.

Es gibt eine Telefon-Hotline. Und dort sitzt ein Mensch, mit dem ich reden kann. Er informiert mich über die Möglichkeit, sich für das 3D-Secure-Verfahren anzumelden. Es ist ganz einfach. Der Link befindet sich an angegebener Stelle auf der Homepage meiner Bank. Herzlichen Dank. Jetzt komme ich damit klar. Vorerst aber bitte noch das Konto entsperren. Bitte. Der freundliche Mensch erledigt auch das. Danke. Sie haben mir sehr geholfen. Dank an meine Bank, die mich am Nasenring durch ihre Internet-Arena schleift. Freie Fahrt für neue Abenteuer.

Der Link eröffnet mir die Möglichkeit, mich mit meinen persönlichen Daten anzumelden, um das neue Verfahren zu starten. Beschwingt tippe ich die Zahlen und Buchstaben in das Formular. Dann kommt die entscheidende Enter-Taste. Und siehe da: Es tut sich nichts. Mein eingetipptes Werk ist ausgewischt. Das Formular erscheint unschuldig leer, unausgefüllt, wartend auf neue Eingaben. Ich wiederhole den Vorgang. Und wiederhole ihn noch einmal. Und immer wieder. Dann gebe ich auf. Der Arlanda-Express muss warten.

Die Telefon-Hotline ist auch dieses Mal besetzt und prompt erreichbar. Dank an meine Bank. Ich schildere mein Problem. Mein Telefon-Gegenüber kommt ins Grübeln und stellt Fragen. Wenige nur, will wissen, mit welchem Browser ich arbeite, also mit welchem Boot ich in die Fluten des Internets steige. Mit Safari gebe es ein Problem. Das sei bekannt. Ich solle es doch vielleicht mit einem anderen Browser probieren. Und viel Glück dabei. Danke. Mein Glaube an den Apple-Standardbrowser ist erschüttert. Man sollte sich vielleicht doch nicht so einer kleinen Klitsche wie dem angebissenen Apple ausliefern. Doch ein anderes Programm habe ich nicht aufgespielt. Und ich habe auch nicht vor, dies jetzt zu tun.

Hilfe ist nicht weit: Mein Windows-Mobile-Phone browst mit einem eigenen System. Es könnte helfen. Die Bankseite ist rasch aufgerufen. Doch beim Eintritt in die 3D-Secure-Anmeldewelt wird sie ganz kleinlaut. Winzige Buchstaben-Bilder-Kombinationen und noch winzigere Eingabefelder sind nichts für müde Augen und dicke Eingabefinger. Eine Mobile-Version gibt es nicht. So taste ich mich wie ein Elefant auf einer Schreibmaschinentatstatur an die richtige Eingabe aller angefragten Daten heran. Selbst der neue Sicherheitscode für das 3D-Secure-Verfahren bleibt in der Wiederholung fehlerfrei. Es ist geschafft. Das System zeigt sich zufrieden und schaltet mich und mein Konto wieder frei. Nun aber mit an Sicherheit grenzender Sicherheit.

Der Arlanda-Zug wird wieder auf sein Gleis gesetzt. Bezahlt wird im 3D-Secure-Verfahren. Online kommt ein Bestätigungscode per Mail. Ich drucke ihn auf Papier. Er ist im Zug zu nennen, wenn der Schaffner kommt. Mobil hätte ich ihn auch haben können. Hätte ich ihn haben können, aber nicht wollen. Ich will ganz sicher gehen.

Im Oktober 2016

Piepegal

Pst. Nicht weitersagen: Wir sind ziemlich harmlos aussehende kleine Wesen. Ein bisschen rund vielleicht. Aber ansonsten – in aller Bescheidenheit – ganz hübsch. Und klug. Unsere Geistesblitze sind unübersehbar. Die meisten von uns kleben unter der Decke. Wir fallen niemandem mehr auf. Aber wir sind umso wachsamer. Uns macht niemand etwas vor. Wir sind immer da, ganz nahe am Geschehen. In den Schlafräumen der Menschen, in Treppenhäusern, Fluren, Küchen, Wohnstuben und wo man sonstwo noch meint, zuverlässige Helferlein haben zu müssen.

So einiges haben wir schon gesehen. Manchem hat´s dabei schon mal den Atem geraubt. Manch einer wurde misshandelt, seiner Funktion und sogar seiner Energie beraubt. Viele warten noch mit höchster Spannung auf ihre Abenteuer. Nachwuchssorgen haben wir keine. Das Gesetz befruchtet unsere Vermehrung. Wir gehören in jedes Haus, in jede Wohnung, in die wichtigsten Räume, in denen Menschen leben. So das Gesetz. Bereits heute zählen wir Zig-Millonen Stück weltweit. Und das ist erst der Anfang. Wir sind eine extrem schnell wachsende Gemeinschaft. Und wir halten fest zusammen.

Vor wenigen Tagen erst haben wir uns zu unserem globalen Netzwerk „Piepegal“ zusammengeschlossen. Heutzutage muss man seine Interessen ja bündeln und zusammenarbeiten. Dabei sind wir ganz unter uns. Natürlich hat ein Normal-Sterblicher keinen Zutritt zu unseren internen Foren und Chat-Räumen. Sie liegen ganz im Dunkel des Netzes. Mit einer Google-Suche ist da nichts zu machen. Erst recht nicht unter dem Begriff „Brandmelder“.

Uns geht es nicht allein um die blanke Interessenwahrnehmung. Wir wollen auch ein bisschen Spaß dabei haben. Und haben ihn. Denn uns quälen keine Skrupel, keine Gewissensbisse oder irgendeine Moral. Wir sind ja keine Menschen. Und so ergötzen wir uns köstlich an den vielen kleinen Geschichten, die jeder anlässlich unserer virtuellen Treffen zu erzählen weiß. Garantiert lustig und garantiert aus erster Quelle. Denn wir sind ja immer ganz nah, wenn mal wieder so ein Unglücksrabe sein Geschick an uns versucht. Meistens betrifft es die kleineren Leute. Rentner, Hausfrauen, die mit ihrem hohen Pflichtgefühl diese urkomische Vorschrift einhalten und uns in ihr Haus holen.

So richtig lustig wird es, wenn wir des Nachts einmal mit unserem schrillem Ton Fehl-Alarm geben. Wir biegen uns dann vor Lachen. Die Menschen verlieren bei Alarm regelrecht ihren Verstand. Wie die alten und jüngeren Herrschaften versuchen, uns zum Schweigen zu bringen! Aus tiefstem Schlaf torkeln sie dann auf uns zu. Ihre Arme sind zu kurz, als dass sie an uns heranreichen könnten. Manche von ihnen greifen verwirrt den erstbesten Stuhl und klettern unbeholfen hinauf, um sodann wie wild an uns herumzudrücken, bis wir endlich still werden. Das geht nicht immer gut. Gerade Ältere haben schon oft genug den Abflug gemacht. Zum Boden hin. Ab und an trifft nicht einmal der Krankenwagen rechtzeitig ein. Viele verunglücken bereits, wenn sie uns montieren wollen. Oder beim Batteriewechsel. Oder beim Versuch, unsere Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Lustig, was da so alles passiert. Wir haben ja keine Gewissensbisse. Aber bitte: Nicht weitersagen. Das bleibt ganz unter uns. Offiziell retten wir nämlich Menschenleben. Das wurde auf unbegreifliche Weise statistisch nachgewiesen. Das glauben die Menschen ganz fest. Sie brauchen sich deshalb auch keine weiteren Gedanken zu machen und sollten dies um Himmels willen auch nicht tun. Ist ihnen ja auch piepegal.

Und so betreiben wir weiter unseren Schabernack und vermehren uns kräftig. Wir ziemlich harmlos aussehenden kleinen Wesen. Pst. Nicht weitersagen.

Im Oktober 2016

Mantelbogen

Eben noch ausdrucken. Dann geht die Steuererklärung auf den Weg. Fristgerecht. Die Enter-Taste gibt das Startsignal. Gleich werden feinste Tintenstrahlen das Papier mit einem Muster benetzen, das sich für uns in Buchstaben und Zahlen verwandelt. Bereit, unsere Unterschrift aufzunehmen. Denn unterzeichnet muss er sein, der Mantelbogen. Es ist der fast letzte Akt zur Erfüllung einer lästigen Pflicht. Ich bin wieder einmal spät dran. Eine Mahnung liegt schon hinter mir. Mit Fristsetzung bis morgen. Bis morgen ist der Brief auch im Kasten. Garantiert. Ich schaffe es auch dieses Mal und warte nur noch auf den Ausdruck. Der eigentlich schon anlaufen müsste. Der noch immer auf sich warten lässt. Vielleicht ist ja eine Einstellung nicht ganz in Ordnung? Die Prüfung zeigt: Sie ist korrekt. Und der Drucker selbst? Hat er kein Papier, keinen Toner? Aha, ein gelbes Lichtlein blinkt und meldet eine Störung. Die gelbe Farbe ist verbraucht. Damit sind auch die anderen Farben aus dem Spiel.

Kein Problem, denke ich: Dann kriegt das Finanzamt eben einen Schwarz-Weiß-Ausdruck. Da steht das gleiche drin. So kleinlich ist das mit den ausgedruckten amtlichen Formularen schließlich nicht zu sehen. Denn es kommt auf den Inhalt an. Nun also in Schwarz-Weiß. Die Einstellung ist rasch geändert. Und auf geht´s. Der Drucker verharrt weiter in stillem Protest. Er weigert sich, auch nur einen Tintentropfen zu verstrahlen. Er stellt sich tot und meldet mit digitaler Penetranz das Fehlen gelber Farbe. Wo er doch nur Schwarz-Weiß drucken soll. Bunt soll das Formular ja gar nicht werden. Der Inhalt ist ja auch nicht lustig. Es ist schließlich meine Steuererklärung. Ich prüfe die Einstellungen, suche im Manual nach einer Erklärung. Sie bleibt mir verborgen. In den tiefen Schluchten der Internet-Chatrooms finde ich dann den entscheidenden Hinweis: Auch wer nur Schwarz-Weiß drucken will, muss Farbe bekennen. Beziehungsweise haben. Dort, wo die Farbe hingehört. In den Farbtanks, den Milliliter-Portiönchen-Tanks der Druckpatronenhersteller. Und zwar in jedem. Ausnahmslos. Da macht Gelb keine Ausnahme. Auch Gelb muss sich an diese Regel halten. Technische Gründe werden angegeben. Mich überzeugen sie nicht.

Nun gut. Der Spaß wird teuer. Wenn es nur ein Spaß wäre. Dabei geht es nur um eine rabenschwarze Steuererklärung, die mir sogar noch eine deftige Nachzahlung bescheren könnte. Für heute wird meine Steuerakte geschlossen. Es ist schon spät. Morgen geht es weiter. Ich fahre zum nächstgelegenen Anbieter von Büromaterialien. Er liegt lächerliche 10 Kilometer entfernt. Was sind schon 2 Liter Sprit meines Wagens gegen die sündhaft kostbaren Ingredienzien der in homöopathischen Dosen in die Druckertanks eingebrachten Farbpigmente für den Abschluss meiner staatlich angeforderten Steuererklärung für das vergangene Jahr? Der Verkäufer ist freundlich, womöglich sogar sachkundig. Mit einem entwaffnenden Schulterzucken reicht er mein Entsetzen über die Preisauszeichnung für die kostbaren Druckerbetriebsmittel weiter an unbestimmte und unbekannte Mächte, die sich jenseits des Verkaufsraums an einem geheimen Ort mit klammheimlicher Freude an den Panikattacken der Käufer ihrer Produkte zu ergötzen scheinen.

So nicht! Mein schläfriger Verstand zeigt Widerstandsgeist: Die Rote Linie ist überschritten. Der wegen seiner rechnerisch so besonders günstigen Verbrauchskosten ins Haus geholte Drucker entpuppt sich als Trojanisches Pferd, aus dem sich nun die kleinen Farbkrieger aufmachen, um mein Konto zu plündern. Hier wird Widerstand zur Pflicht. Mit einem herzlichen Dank an den zum Handlanger solcher Machenschaften degradierten Fachverkäufer verlasse ich entschlossen das Geschäft. Entschlossen, nach Alternativen zu suchen, wenn es sie denn gibt. Es gibt sie. Es gibt andere Drucker, die sprichwörtlich günstige Verbräuche versprechen. Doch halt: War das gerade ein Déjà-vu-Erlebnis? Troja ist gar nicht so weit. Nein. Das ist keine Lösung.

Dann gibt mein Rechner Alarm. „tintenalarm“. So heißt eine Internetseite, die mir Tintenpatronen für mein Trojanisches Pferd – übrigens ein Modell der Fa. Brother mit der Bezeichnung: DCP-J410DW – zu einem Bruchteil der Kosten des Original-Farbarsenals verspricht. Ich weiß nicht, ob ich es wagen soll. Die Bewertungen durch andere Käufer sind angeblich gut ausgefallen. Ob diese Informationen den Tatsachen entsprechen, weiß ich nicht. Sie als richtig zu unterstellen, ist Vertrauenssache. Mit meinem Vertrauen aber ist es nicht mehr weit her. Dieses eine Mal noch und weil es ja einem guten Zweck dient, nämlich meiner Steuererklärung, stelle ich meine Bedenken beiseite. Ich drücke den Button „jetzt kaufen“. Ein erlösender Schritt.

Das „tintenalarm“-Menü führt mich bis zu dem alles entscheidenden Aufruf: Jetzt bitte zahlen. Die Sache eilt. Ich wähle die Sofortüberweisung. Mein Konto ist gedeckt. Es ist auch für solche kleineren Zahlungen zuständig. Und ich habe eine prima Online-Verbindung: Per mobiler TAN kann ich Zahlungsvorgänge mit fast absoluter Sicherheit durch Nutzung zweier Datenübertragungswege auslösen. Ganz schön klasse, diese Möglichkeit. Durch einen Klick fordere ich die Übermittlung der exklusiven TAN an. Per Mobile-Phone. Wo ist es nur? Wie üblich, liegt es in meinem Arbeitszimmer unter dem unerledigten Papierkram. Und wie üblich, haucht der sonst vor Elektrizität strotzende Akku gerade jetzt seinen nur noch schwachen Atem aus. Kein Problem. Damit habe ich Erfahrung. Dann dauert die Sache eben ein paar Minuten. Das Phone kommt an die Steckdose. Mein offenes Online-Konto erweist sich als geduldig und sieht gnädig davon ab, mich vorzeitig aus der Leitung zu werfen. Und siehe da: Das Display erwacht zum Leben. Eine Nachricht erscheint und mit ihm der erlösende Code: Meine TAN. Ich lese sie, will sie mir merken. Denn mein mit der dringend erforderlichen Energiezufuhr verkabeltes Phone reicht nicht ganz bis zu dem Platz, von dem aus ich mein Konto einsehen und steuern kann. Es jetzt abzustöpseln, würde die TAN vernichten und das ganze Spiel auf „Null“ setzen.

So merke ich mir die TAN, transportiere sie mit meinem ausgezeichneten Gedächtnis über eine Strecke von nicht einmal zwei Metern. Ich bin sicher, die Zahlen- und Buchstabenkombination richtig eingegeben zu haben. Doch ich ernte Ablehnung. Mein Konto mag meine Eingabe nicht, hält sie für falsch. Ein zweiter und ein dritter Versuch folgen. Vergeblich. Überall fließt mein Geld ab, sogar unmerklich. Hier aber streikt es, will seine Ruhestätte nicht verlassen, scheint sich fest auf meinem Girokonto eingerichtet zu haben. Am Ende macht mein Konto schließlich Schluss mit mir. Ich habe es wohl mit meiner unbescheidenen Überheblichkeit überreizt. Aus. Ende. Vorbei. Game over. Hier geht nichts mehr. Das Konto ist gesperrt.

Wäre ich in solchen Angelegenheiten unerfahren, könnte mich die feindselige Aktion meines Kontos nun in Unruhe versetzen. Doch Vieles ist mir ja nicht mehr fremd. Es gibt immer eine Lösung. Und siehe da, sie ist schon gefunden: Selbstverständlich lässt sich das mir online so unzugängliche Konto auch entsperren. Das ist ein lobenswerter Kundendienst meines Konto führenden Instituts. Mit einem kurzen Klick erfahre ich auch, wie es geht. Und es ist ganz einfach. Wenn man neben der TAN-Freischalt-Möglichkeit über ein Phone auch noch eine andere Methode nutzt. Etwa ein chip-TAN-Verfahren. Ich muss gestehen: Damit habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt. Das Verfahren per SMS und Phone funktioniert doch einwandfrei. Nur heute nicht.

Ich ergebe mich, entschließe mich, ein chip-TAN-Verfahren einzurichten. Mit dem Ziel, mein Konto zu entsperren, mit dem weitergehenden Ziel, dann die Tintenpatronen für meinen Drucker bezahlen zu können, mit der Erwartung, dass diese dann auch geliefert werden, mein Drucker sie nicht abstößt und mir am Ende den Mantelbogen meiner Steuererklärung ausdruckt, den ich nun dringend auf den Weg bringen muss. Ein chip-TAN-Verfahren muss ganz sicher sein. Und so erkläre ich mich bereit, mich auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen einzulassen. Dazu gehört der Erwerb eines Lesegerätes, das in der Lage ist, vom Bildschirm meines Computers und vom Display meines Mobilphones geheime Signale entgegenzunehmen und sie in den alles erlösenden Code zu verwandeln, der mit seiner Eingabe den offenen Zahlungsvorgang zum Erwerb von Tintenpatronen freigeben wird. Die Geräte, die mein Kreditinstitut empfiehlt, erweisen sich einer ausführlichen Internetrecherche nach Alternativen zufolge als durchaus konkurrenzfähig in Preis und Leistung. Die ich ohnehin nicht beurteilen kann. Ich bestelle. Und zahle von einem andern Konto aus. Übringens mit einer TAN, die noch auf Papier gedruckt ist. Die Bestätigung der Bestellung folgt, nur wenige Tage später auch das Lesegerät. Gut verpackt in einem großen Karton.

Die Aktivierung des Chip-TAN-Verfahrens erfolgt fast intuitiv, nachdem ich entdeckt habe, dass sich die Markierungen auf dem Bildschirm mit den Markierungen auf dem Gerät decken sollten und natürlich die EC-Karte meines Instituts nicht fehlen darf. Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit erfolgt dann die Entsperrung meines Online-Kontos. Der Streik ist zuende. Mein Konto arbeitet wieder. Wir können zum Alltag übergehen. Ich bestelle beim „tintenalarm“ zwei Portionen Farbe für meinen Drucker. Eine Portion zum sofortigen Einsatz. Die zweite für den Zeitpunkt, dass sich wieder einmal eine der Farben anschicken sollte, das ganze Drucksystem zu torpedieren. Die Kosten sind hoch, doch vernachlässigbar angesichts der trojanischen Alternative des Druckerherstellers.

In Feierstimmung drucke ich mit schwarzer Farbe den Mantelbogen meiner Steurerklärung aus. Meine Frau und ich leisten die notwendigen Unterschriften. Wie in jedem Jahr lassen wir es uns nicht nehmen, das Schriftstück persönlich in den Briefkasten des für uns zuständigen Finanzamtes einzuwerfen. Wir genießen das Gefühl der Erleichterung. Wie jedes Jahr. Mal sehen, was das Finanzamt sagt. Sorry für die Verspätung: Wir mussten nur noch eben den Mantelbogen ausdrucken.

Im Oktober 2016

Getrübter Blick

Man darf das ja gar nicht laut sagen. Doch. Man darf. Solange es eine Meinung ist. Denn jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten. Jedenfalls in unserem Staat. So lange das Grundgesetz gilt. Denn dort steht es. In Artikel 5 Absatz 1. Also: Meinungen darf man ruhig haben, selbst eine eigene. Man darf sie auch frei äußern und verbreiten. Sogar laut. Bis zur nächtlichen Ruhestörung. Dann allerdings wird die Meinungsäußerung zumindest in ihrer konkreten Ausdrucksart ein bisschen verboten.

Von bloßen Meinungen geht keine Gefahr aus. Denn sie sind nicht mehr, als das Ergebnis einer geistig mehr oder weniger anspruchsvollen kreativen Leistung. Sie folgen auch nicht unbedingt einer strengen Logik. Meinungen kann man sich beliebig bilden. Ich kann sie für meine ganze Ewigkeit konservieren. Nichts und niemand hindert mich daran, sie bei Bedarf oder sogar ohne Anlass täglich zu ändern. Eine solche Meinung darf man sogar laut sagen. Allen Unkenrufen zum Trotz.

Gefährlicher ist indes das Wissen über Tatsachen. Es ist lange nicht so harmlos wie bloße Meinungen. Tatsachen sind einer nach menschlichen Maßstäben „objektiven“ Überprüfung zugänglich. Ganz anders als Meinungen. Kein Wunder, dass das Wissen um Tatsachen ungleich schwerer wiegt. Dieses Wissen sieht das Grundgesetz in erster Linie bei der Presse und in der Pressefreiheit gut aufgehoben. Sie könne frei berichten. Aber jedermann?

Tatsachen tun schon einmal weh. Und das Wissen um manche Tatsache ist auch nur so lange gesellschaftlich unkritisch, wie es nicht weiter verbreitet wird. Deshalb darf sich jedermann zwar ungehindert aus öffentlich zugänglichen Quellen informieren. Weiter gehen die Garantien des Grundgesetzes aber nicht. Wer sein Wissen über Tatsachen äußert und verbreitet, ist deshalb ein bisschen vogelfrei.

Wen wundert es da, dass die Menschen ihr Wissen über Tatsachen zunehmend in bloße Meinungsäußerungen verbrämen, sie damit unangreifbar und wertlos machen. Deshalb ist unser Blick auf Tatsachen ein bisschen getrübt. Deshalb reden wir so viel. Und wissen noch nicht einmal worüber. Deshalb finden wir keine Lösung. Wir kennen ja noch nicht einmal das Problem.

Man darf das ja gar nicht laut sagen. Doch. Man darf.

 Im Oktober 2016