Kühlschrank bei Nacht

Verschlossen. Er bleibt zu. Fasten mit System. Schlanke Schönheit wie von selbst.  Wie im Schlaf. Wenn ich nur schlafen könnte. Und fasten. Oder wenigstens schlafen. Ich stehe auf. Lenke mich ab. Bloß nicht an den Schlaf denken. Dann kommt er von allein. Und wandle durch die Räume, blass belichtet, der Laterne sei Dank. Vorbei an der offenen Tür. Zur Küche. Mal kurz hinein. Zum Fenster. Sinnend über Gott und die Welt und die Nachbarn. Alle in friedlichem Schlummer. Bis auf einen. Der Magen knurrt. Kleines Glück zum Greifen nah. Verschlossen. Sicher? Nur zur Kontrolle. Die Tür schwingt auf. Ein Paradies erstrahlt. Verbotene Früchte. Verdammt noch mal.

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