Ruinöses Geschäft

Der Einzelhandel ist fort. Leere Mauern. Tote Auslagen. Unaufhaltsame Menschen. Wer hier war, ist schon wieder weg, zuhause oder anderswo. Die Schönheit alter Tage ist dahin. Verblichen ist der Glanz kleiner Verlockungen, die das Ersparte forderten und uns bereicherten. Aus und vorbei. Eigentum ohne Mieter. Selbst Ein-Euro-Läden bleiben fern.Verlassene Lokale, wo einst die Geschäfte florierten. Was tun?

Es wird nicht mehr wie früher. Verscheucht das Gespinst, das eine Renaissance goldener Zeiten verheißt. Einzelhandel braucht Anderes als solche Orte. Für die Großen sind die Räume zu klein, die Logistik zu schwierig und der Parkplatz zu weit. Oder zu klein. Oder beides. Kleine wittern eine unwiederbringliche Chance. Und scheitern. Ein billiger Raum ersetzt kein Geschäftskonzept. Und ein gutes Geschäftskonzept verträgt auch eine höhere Miete. In aller Regel. Und die Mitte? Fehlanzeige. Kein Interesse. Es gibt sie noch. Doch sie ist schon versorgt.

Die öden Räume glotzen uns weiter an. Ihre graue Miene verdüstert sich von Monat zu Monat. Sie zehren von ihrer Substanz und vom Vermögen der Eigentümer. Sie verspielen den Kredit ihrer einst attraktiven Lage. Sie zerstören sich selbst. Ein ruinöses Geschäft, dieser Einzelhandel. Wenn er fort ist.

Im September 2014

Dieser Eintrag wurde in alle, Prosa veröffentlicht.