Was kommt

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Rokin Amsterdam 2014/15

Sie locken uns ins Geschäft. So einfach im Vorbeigehen. Werbliche Anlagen stellen uns in den Weg oder gewinnen unsere Aufmerksamkeit durch ihre Unscheinbarkeit. Manchmal stolpern wir drüber, manchmal suchen wir sie. Denn die Konkurrenz um unsere Gunst ist groß. Ist ein Betrieb erst einmal eingerichtet, muss er brummen. Umsätze müssen her. Und Renditen. Sonst geht er pleite. So einfach ist das. Mitnehmen was kommt, mag deshalb der denken, der noch ein paar Kunden vertragen oder noch ein paar Gäste beherbergen könnte. Was aber kommt, geht auch wieder. Kommt aber das, was geht, wieder?

Kommt das, was geht, nicht wieder, gibt es vielleicht ein Problem: Stimmte die Leistung nicht? War das Essen zu kalt, der Raum zu dunkel oder der Wein zu warm? Lag´s an der Küche oder beim Kellner? Oder ganz woanders? Wer einmal kommt und dann nicht wieder, weiß oft allein um die Gründe seines Missmuts. Er allein kennt sie in ihrer ganzen Dramatik der Versäumnisse und kann sie beim Namen nennen. Und er wird sich mitteilen müssen. Er muss seinem Ärger Luft machen. Er wird sie weitergeben, seine Erfahrungen und seine Enttäuschungen. Er wird über die falsche Fährte, auf die ihn ein Aushängeschild gelockt und über die falschen Erwartungen, berichten, die es in ihm geweckt hatte. In seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Und sonst wo. Die schlechte Nachricht kriegt Kinder. Und pflanzt sich fort. Mitnehmen was kommt, hat ausgedient. Was kommt denn noch?

Im Januar 2015

Dieser Eintrag wurde in alle, Prosa veröffentlicht.