Access denied

Eilige Schritte, flüchtige Gestalten schweben vorbei. Eingehüllte Paare, Verliebte, Verkrachte, Gedankenlose und Versunkene, Lauernde und Suchende. Arme und Reiche, strömen unablässig über das Trottoir. Gauner darunter. Wie viele? Ich weiß es nicht.

Zwischen uns die Scheibe. Ich drinnen, die draußen. Ich warte. Irgendwann tritt eine Gestalt ein. Wann? Irgendwann, früher oder später. Stumm suchend, bescheiden höflich, mitunter auch laut fordernd. Sie legt ihre Maske nicht ab, bleibt mir ein Rätsel. Wenige geben sich ein Gesicht, schenken mir ein Puzzlestück ihrer Persönlichkeit. Selten werden Ware und Kunde eins.

Ich warte wieder. Im Nacken meine Bankschulden, vor mir die nächste Ladenmiete und haufenweise schwer verkäufliche Ware. Ich möchte schreien. Diese gesichtslose Masse möge mir endlich erklären, was sie will. Warum all meine Anstrengungen nicht fruchten. Warum das alles vergebens sein soll. All die Aufwendungen, die langen Arbeitstage, sechs Tage im Geschäft und einer zuhause, der Verzicht auf den letzten Rest einer so genannten Freizeit. Meine Phantasie, meine Freundlichkeit, meine Beflissenheit im Kampf um König Kunde.

König Kunde will gar nicht mehr bedient werden. Er ist nicht einmal mehr Kunde. Hat kein Geld mehr, hat´s ausgegeben, verplant oder nie gehabt. Sein Reich wird geschlossen.